Harte Schläge auf den Hinterkopf

Manche Menschen verdienen das einfach. Vorpremiere zu Casino Royale. Vollbesetzter Kinosaal. Härtere Actionszenen als jemals zuvor in einem James-Bond-Film, Folter und Totschlag. Hervorragende Ausnutzung der Dolby-Anlage. Schnelle Schnitte, bewegte Kamera, viel Blut. In der zweiten Hälfte des Films eine kurze Entspannung. Zwei Protagonisten unterhalten sich in einem edlen Lokal. Da kommt von irgendwo her ein Babygeschrei her. Aber die beiden sind doch alleine in dem Lokal. Was soll das denn jetzt, fragte sich jeder. Ein paar wahnsinnige Eltern haben ihr Baby mit in einen abendfüllenden Action-Spielfilm genommen. Zum Donnerwetter, wenn ihr keinen Babysitter findet, dann bleibt gefälligst zuhause. Tut das dem Kind nicht an! Ja, es hat einen Grund, dass das Kind nicht mehr aufhört zu schreien. Es fühlt sich nicht wohl im Kino. Also verschwindet endlich! Und tut das nie mehr! Nein, das taten die Eltern natürlich nicht. Sie wollten sehen, wie der Film zuende geht. Während des Abspanns konnte man die Goldeltern bewundern. Ach, wie nett, sie haben gleich noch die ältere Schwester des Babys mit ins Kino genommen, ca. zehn Jahre alt. Bestimmt fand sie den Film ganz kuschelig. Fürs Führen eines Autos braucht man ein Fahrerlaubnis. Und für die Kindererziehung? Da helfen nur harte Schläge auf den Hinterkopf der Eltern.

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~ von Ulli Kiebitz - November 23, 2006.

3 Antworten to “Harte Schläge auf den Hinterkopf”

  1. Und ich dachte bisher immer, so etwas gäbe es nur im Film.

    Worauf führen Politfutzzis noch den Amoklauf von Emsdetten zurück? Ach ja, richtig, auf Computer- und Videospiele. Stimmt, die Eltern haben mit der Entwicklung ihres Zöglings natürlich nichts zu tun. Man hat halt nur so durch die Gegend gepoppt. Und wenn so ein lästiges Balg das als Anlass für seine Geburt nimmt, ist das ganz allein seine Sache. Dann muss er eben selber sehen, wo er bleibt.

  2. Daniel Craig ist ein Weichei, ein durchtrainiertes zwar, aber ein Weichei. Echte Kerle wissen, dass echte Kerle – und ein solcher ist das Fossil “Bond, James Bond” nun einmal – Automatikgetriebe als Weiberkram verachten, Pokern können und nie im Leben eine Schwimmweste tragen würden. Auch nicht auf der Themse. Und jetzt? Daniel Craig ist Bond. Nicht der Smoking-tragende Dandy, nicht der technik-verliebte Superheld, nicht der im Vorübergehen tötende Weltenretter. Daniel Craig ist der Agent der im Buch steht: knallhart, austrainiert und er ist nicht unverwundbar. Vielleicht spielt Daniel Craig den authentischsten Bond, den wir bisher auf der Leinwand gesehen haben.

    Meine ganze Kritik gibt es hier http://www.lutzsindermann.de/blog/?p=132

  3. Dieser Kommentar hat den springenden Punkt meines Beitrags messerscharf auf den Punkt gebracht.

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